Die Kambodscha Bilanz

Nach Indien fühlten wir uns in Kambodscha erstmal wie im Paradies: die Hotels waren billig und trotzdem ziemlich sauber und komfortabel, das Land ist zwar arm und die Menschen leben sehr simpel aber haben immerhin ein Dach über dem Kopf und jeden Tag etwas zu essen und leben nicht wie in Indien im Dreck. Vor allem aber sind die Kambodschaner einfach unglaublich freundlich, lächeln ununterbrochen und freuen sich wirklich darüber, dass Ausländer kommen um ihr Land zu besichtigen. Obwohl Kambodscha (oder Kampuchea, wie es in der Landessprache Khmer heißt) erst seit 10 Jahren für Touristen geöffnet ist spricht ein Großteil der Bevölkerung mittel bis sehr gutes Englisch und wir hatten eigentlich nur in Ban Lung, ganz im Nordosten, Probleme uns ohne Zeichensprache zu verständigen.Wir haben einen sehr großen Teil von Kambodscha bereist und hatten fast 1 Monat dafür Zeit. Die meisten Touristen machen nur einen kurzen Abstecher nach Kambodscha um die Tempel von Angkor und evtl. noch Phnom Penh, die Hauptstadt, zu sehen und reisen dann ins nächste Land. Dabei hat Kambodscha wirklich einiges zu bieten: eine einzigartige Kultur, von der Angkor Wat nur einen kleinen Teil darstellt, eine traurige Geschichte die jeden Besucher zum Nachdenken bringt, wunderschöne Natur die von palmengesäumten Sandstränden über Vulkankrater-Seen bis hin zu dichtem Dschungel reicht und natürlich eine exquisite Cuisine nach der wir uns jetzt noch die Lippen lecken.

Leider mussten wir feststellen, dass Kambodscha einen großen Teil seines Potenzials verschwendet. So gehen die Eintrittsgelder von Angkor Wat an eine vietrnamesische Hotelkette, die Chinesen bauen ein 5-Sterne-Hotel im Bokor National Park,wo sie auch einen Steinbruch betreiben für den sie den Dschungel abholzen müssen und Japan schlägt Profit aus Kambodschas erschreckender Vergangenheit indem sie die Eintrittsgelder für die Killing Fields kassieren. Verantwortlich dafür ist eine Regierung, die zum Teil aus Ex-Mitgliedern der Khmer Rouge besteht und die Kambodscha für schnellen Profit Stück für Stück verkauft. Leider ist auch Korruption ein großes Problem in Kambodscha und vor allem die Polizisten sind ganz vorne mit dabei wenn es darum geht, Touristen übers Ohr zu hauen.

Natürlich versucht jeder, möglichst viel Profit aus den Touristen zu schlagen, aber mit der Zeit bekommt man ein Händchen fürs Handeln. Leider erfuhren wir von einer Franzosin, die in Phnom Penh arbeitet, dass man als Ausländer in Kambodscha nicht nur 50 Cent mehr für den Tuk-Tuk-Fahrer zahlt sondern sowohl für Wohnungsmieten als auch für den Strom einen 100 Prozent-Aufschlag zahlt.

Die Finanzen in Kambodscha

  • Unterkunft: 772.000 Riel insgesamt → 145,113 Euro → 6,05 Euro pro Tag
  • Transport: 920.000 Riel insgesamt → 173,12 Euro → 7,21 Euro pro Tag
  • Essen und Trinken: 2.536.000 Riel insgesamt → 476,69 Euro → 19,86 Euro pro Tag
  • Sonstiges: 1.368.000 Riel insgesamt → 257,14 Euro → 10,71 Euro pro Tag
  • Einmalige Ausgaben: Visa für Kambodscha 2 x 20 Dollar = 40 US-Dollar, Vietnam Visa für 2 x 45 Dollar = 90 US-Dollar
  • Kambodscha insgesamt: 1.052,06 Euro für zwei Personen und 24 Tage, also 43,84 Euro am Tag.

Der Steckbrief

  1. Zurückgelegte Strecke: ca. 1500 Kilometer
  2. Verschiedene Stationen, an denen wir übernachtet haben: 7
  3. Im Land verbrachte Tage: 24
  4. Getätigte Sportarten: Schwimmen und Wandern
  5. Gesehene Tiere: viele bunte Vögel, eine grüne Schlange, tausend Geckos, Irrawaddy-
    Delphine und ne Menge Insekten, von denen wir nicht wussten, dass
    sie essbar sind…
  6. Schönster Strand: Koh Tonsay (Rabbit Island)
  7. Beste Unterkunft: Nice Guesthouse in Phnom Penh
  8. Gelesene Bücher: A Long Way To Freedom von Nelson Mandela, Freedom in Exile vom Dalai Lama und Meine Schönsten Weihnachtsgeschichten von Margot Käßmann
  9. Getroffene Nationalitäten: Schweizer, Deutsche, Australier, Franzosen
  10. Abgenommene Kilos: Chris – 10 kg, Lara – 5 kg (z.T. auch in Indien abgenommen)
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Comments

  • Freut mich, dass ihr euch wieder wohlfühlt! Aber sogar während der Weihnachtszeit abgenommen, da werdet ihr bestimmt beneidet, da bei uns ja beinahe jeder durch das Feiern sein Körpergewicht steigern konnte, egal ob absichtlich oder ungewollt! Und heute am letzten Tag des alten Jahres geht´s ja weiter! Ihr ward wohl sehr am Schwitzen!
    Walter + ich wünschen euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2011 bis zu unserem Wiedersehen im Januar
    Ciao Alice und Walter

  • Werner & Angelika

    Dec 31st, 2010

    Alles gute fürs neue Jahr wünschen euch (Patenonkel/-tante) Werni und Angie.

    Bei uns ist es recht ungemütlich. Schnee, Eis und ab und an klirrende Kälte machen uns zu schaffen. Nun werden die Tage wieder länger, und wir freuen uns auf bisschen (wäre ja nicht zu viel verlangt!) Sonne und Wärme.
    Weihnachten ist vollbracht, das alte Jahr ist bald vorbei. Lade euch schon jetzt ein zu meinem runden Geburtstag, lieber Chris & Laura.

    Viele Grüße aus dem “nahen Westen”.

  • Hallo Chris und Lara,

    bin grad am durch lesen von eurem Blog. Vor allem die Bilanzseiten finde ich toll. Muss ich bei mir auch einführen ;)

  • Hoffe die Bilanzen bringen den ein oder anderen weiter. Wir müssen sie ja eh machen um unser Budget zu checken. Freut uns natürlich, wenn andere darauf zurückgreifen und veröffentlichen – wir wissen ja auch nicht genau ob wir zu teuer dran waren oder relativ billig (im Vergleich zu anderen) :D

    Viel Spaß auf eurer Weltreise – wir werden euren Blog verfolgen :)

  • Wo wir waren

  • Wo wir sind

    Wir sind wieder zurück in Deutschland .
  • Kuriositäten

    So geschehen am 11.02.2011 auf der Busfahrt von Mandalay nach Bagan
    Wir sitzen gerade während einer Fahrpause mit einem französischen Pärchen bei einer Tasse Tee, als sich der gut gekleidete Burmese neben uns an Lara wendet: "Excuse me, is this man Elvis Presley?" Er zeigt dabei auf Chris und scheint es völlig ernst zu meinen. Als wir seine Frage verneinen bedankt er sich höflich und wendet sich verwirrt wieder seinem Tischnachbarn zu. Fünf Minuten später fragt er Chris verschüchtert, ob er ein Photo von ihm machen darf.
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